Zurück aus Deutschland und die Erinnerungen an diese 20 Tage: Stuttgart 21, bald gibt es einen Volkseintscheid; Menschen, die einen Atomkraft nein Danke Button tragen. Was bleibt noch in der Erinnerung? Auch in Deutschland leben Menschen, die mit Mitte 25 frühpensioniert sind, weil sie depressiv und fettleibig sind, Merkel kämpft um den Euro, die deutsche Wirtschaft boomt und Dieter Bohlen ist immer noch der Arsch, der er schon immer war. Das Wetter war klasse, rote und gelbe Bäume nahe der Schwäbischen Alb, Butterbrezel und Maultaschen.
Zurück in Schweden: 20 Grad kälter, aber Sonne, glitzernder Raureif und erstes Eis auf dem Talvatis. Kronofogden, die Behörde, die Zahlungsunfähigen den zweiten Fernseher unter dem Hintern raubt, hat Bilder beschlagnahmt, die angeblich von Adolf Hitler gemalt sein sollen. Sie sollen höchstbietend verkauft werden und der Leiter dieser staatlichen Behörde meinte, auf ethische Einwände könne er keine Rücksicht nehmen. Håkan Juholt, Vorsitzender der Sozialisten, trägt immer noch sein Hitlerbärtchen; anscheinend ist ihm die Ähnlichkeit noch nie aufgefallen, vielleicht ist ihm Hitler auch gänzlich unbekannt – obwohl: Haben nicht auch die Schweden mit den Rassengesetzen sympatisiert? In Deutschland hätte ein Politiker mit einem solch widerwärtig ähnlichem Äußeren keine Chance. Carema, eine Firma, die in Schweden in 69 Gemeinden vertreten ist und auf dem Gesundheitssektor arbeitet, wird in den letzten Tagen vor allem wegen ihrer Vorgehensweise im Altenpflegebereich kritisiert. Die für mich schrecklichste wahre Anschuldigung: Die Mitarbeiter von Corema haben vollgepisste Windeln gewogen. Waren sie nicht voll genug, so wurden sie den alten wehrlosen Menschen wieder angezogen – um Geld zu sparen. In Jokkmokks Gemeinde ist eine Grube in einer Gegend in Planung, in der vor allem Tourismus und Rentierhaltung vorherrscht; auf dem Hausberg Jokkmokks wird ein Hotel geplant, obwohl das einzige Hotel Jokkmokk ständig leer steht und nur einmal im Jahr für 4 Tage voll belegt ist, zur Marktzeit. Dann dürfen die Gäste zu den zweieinhalbfachen Preisen logieren. Aber vielleicht wäre ein neues Hotel gar nicht schlecht, sind doch in zwei Campingplätzen die Ratten zu Gange, so dass die darin untergebrachten Handwerker in Jokkmokss Jugendherberge geflüchtet sind.
All dies wäre kein Grund zum Verzweifeln, wenn hier nicht so oft die Mentalität vorherrschen würde: Wir reden nicht drüber, alles halb so schlimm, der Staat wird es schon richten.
Schön ist es, wieder in Jokkmokk zu sein. Ruhig ist es, kalt wird es, vergraben kann man sich … nur ab und an muss man auch rausschauen und ab und an ist die Scheiße hier in Schweden größer als die Schönheit der Natur. Dann muss ich sie nach draußen geben …